Masá’il – Fragen

Vertiefungen zu verschiedenen Bahá’í-Themen

Ein Mittel gegen Furcht?

Verfasst von Tobias am 17. Januar 2009

In einer kleinen Vertiefung über das Thema Furcht bin ich schließlich im Brief an den Sohn des Wolfes auf folgende Stelle gestoßen:

In den Schätzen der Erkenntnis Gottes liegt ein Wissen verborgen, das – richtig angewandt -, wenn auch nicht ganz, so doch in hohem Maße, die Furcht vertreibt.

Dieses Wissen sollte von Kindheit an gelehrt werden, weil es viel dazu beiträgt, die Furcht zu bannen. Was die Furcht vermindert, steigert den Mut. Wenn der Wille Gottes Uns beisteht, wird vielleicht eine längere Abhandlung über diese Frage aus der Feder des Göttlichen Erklärers fließen, in der auch enthüllt wird, was auf den Gebieten der Künste und Wissenschaften zur Erneuerung der Welt und ihrer Nationen führt.

Auch wurde von der Feder des Höchsten in dem Roten Buche ein Wort niedergeschrieben und festgehalten, das imstande ist, die in den Menschen verborgene Kraft voll zu enthüllen, ja ihre Wirksamkeit zu verdoppeln.

Wir flehen zu Gott – gepriesen und verherrlicht sei Er -, seinen Dienern gnädig zu helfen, das zu tun, was Ihm wohlgefällig und angenehm ist. (Bahá’u’lláh, Brief an den Sohn des Wolfes 58)

Wie ich dort bereits schrieb hat diese Stelle meine Aufmerksamkeit erregt und sie bedarf weiterer Erforschung. Dazu wollen wir ihre Aussagen einmal systematisch zusammenfassen. Bahá’u’lláh beschreibt in diesem Vers zwei unterschiedliche Dinge, zum Einen im ersten Satz ein Wissen, welches in den Schätzen der Erkenntnis Gottes verborgen liegt, und zum Anderen ein Wort, welches im Roten Buche niedergeschrieben und festgehalten ist.

Zu dem Wissen, welches in den Schätzen der Erkenntnis Gottes verborgen liegt

Ort

  • verborgen in den Schätzen der Erkenntnis Gottes
  • eventuell eine längere Abhandlung in einer Offenbarungsschrift nach dem Brief an den Sohn des Wolfes
  • vielleicht nicht offenbart?

Fähigkeiten

  • Furcht bannen
  • Mut steigern
  • Erneuerung der Welt auf den Gebieten der Künste und Wissenschaften

Aufforderungen

  • soll von Kindheit an gelehrt werden

Zu dem Wort, welches im Roten Buche niedergeschrieben und festgehalten ist

Ort

  • im Roten Buche
  • vielleicht Kitáb-i-‛Ahd 8?

Fähigkeiten

  • eine verborgende Kraft im Menschen enthüllen
  • Kräfte zu verdoppeln
  • Erneuerung der Welt auf den Gebieten der Künste und Wissenschaften

Aufforderungen

  • vermutlich keine?

Diese Systematisierung weist auf die große Bedeutung dieses Wissens und dieses Wortes hin. Eine weitere Recherche scheint also auf jeden Fall begründet und dringend. Immerhin empfiehlt Bahá’u’lláh sogar das Wissen jedem Kind zu lehren.

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Furcht

Verfasst von Tobias am 14. Januar 2009

Die furchtsame Erregung, die die Offenbarung dieses Gesetzes in den Herzen der Menschen bewirkt, gleicht in der Tat dem Schreien eines Säuglings, der der Muttermilch entwöhnt wird – gehörtet ihr doch zu den Verstehenden. Würden die Menschen den Sinn und Zweck der Offenbarung Gottes entdecken, sie würden sicherlich ihre Furcht ablegen und dankerfüllten Herzens in jubelnder Freude frohlocken. (Bahá’u’lláh, Ährenlese 88)

Wisse, daß jedes hörende Ohr, wenn es sich rein und unbefleckt erhält, zu allen Zeiten und aus jeder Richtung die Stimme hören muß, die diese heiligen Worte spricht: “Wahrlich, wir sind Gottes, und zu Ihm werden wir zurückkehren.” (Qur’án 2:157) Die Geheimnisse des körperlichen Todes des Menschen und seiner Rückkehr sind nicht enthüllt und bleiben weiterhin ungedeutet. Bei der Gerechtigkeit Gottes! Würden sie offenbart, so würden sie solche Furcht und Trauer hervorrufen, daß manch einer zugrunde ginge, während andere so von Freude erfüllt wären, daß sie den Tod wünschten und mit un­stillbarer Sehnsucht den einen, wahren Gott – gepriesen sei Seine Herrlichkeit – anflehten, ihr Ende zu beschleunigen. (Bahá’u’lláh, Ährenlese 165:1)

In irdischen Gütern liegt Furcht verborgen und Gefahr versteckt. Denket darüber nach und erinnert euch dessen, was der Allerbarmer im Qur’án offenbart: „Wehe dem lästernden Verleumder, der Reichtum rafft und zählt von Mal zu Mal.“ (Qur’án 104:1-2) Flüchtig sind die Güter dieser Welt. Was vergeht und sich verändert, ist seit je nur in festgesetztem Maße der Beachtung wert. (Bahá’u’lláh, Kitáb-i-‛Ahd 1)

In den Schätzen der Erkenntnis Gottes liegt ein Wissen verborgen, (von Bahá’u’lláh nicht enthüllt?) das – richtig angewandt -, wenn auch nicht ganz, so doch in hohem Maße, die Furcht vertreibt. Dieses Wissen sollte von Kindheit an gelehrt werden, weil es viel dazu beiträgt, die Furcht zu bannen. Was die Furcht vermindert, steigert den Mut. Wenn der Wille Gottes Uns beisteht, wird vielleicht eine längere Abhandlung über diese Frage aus der Feder des Göttlichen Erklärers fließen, in der auch enthüllt wird, was auf den Gebieten der Künste und Wissenschaften zur Erneuerung der Welt und ihrer Nationen führt. Auch wurde von der Feder des Höchsten in dem Roten Buche ein Wort niedergeschrieben und festgehalten (ein Hinweis auf Kitáb-i-‛Ahd 8?), das imstande ist, die in den Menschen verborgene Kraft voll zu enthüllen, ja ihre Wirksamkeit zu verdoppeln. Wir flehen zu Gott – gepriesen und verherrlicht sei Er -, seinen Dienern gnädig zu helfen, das zu tun, was Ihm wohlgefällig und angenehm ist. (Bahá’u’lláh, Brief an den Sohn des Wolfes 58)

Der Inhalt des letzten Verses ist sehr interessant und bedürfte auf jedem Fall weiterer Recherche.

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Al-Rahman, der Gnädige.

Verfasst von Tobias am 13. Januar 2009

Preise den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht alle seine Wohltaten! Der da vergibt alle deine Sünde, der da heilt alle deine Krankheiten. Der dein Leben erlöst aus der Grube, der dich krönt mit Gnade und Erbarmen.  (Psalm 103:2-4)

Denn aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, und zwar Gnade um Gnade.  (Johannes 1:16)

Gib meinen Dienern kund, daß ich derjenige bin, der barmherzig ist und bereit zu vergeben, daß aber, wenn ich bestrafe, es eine schmerzhafte Strafe sein wird! (Qur’án 15:49)

Der Barmherzige hat sich auf dem Thron zurechtgesetzt (um die Welt zu regieren).  (Qur’án 20:5)

Er ist Gott, außer dem es keinen Gott gibt. (Er ist es) der über das, was verborgen, und was allgemein bekannt ist, Bescheid weiß. Er ist es, der barmherzig und gnädig ist.  (Qur’án 59:22)

Dies ist der Tag, da Gottes erhabenste Segnungen den Menschen zugeströmt sind, der Tag, da alles Erschaffene mit Seiner mächtigsten Gnade erfüllt wurde. Alle Völker haben die Pflicht, ihre Gegensätze auszugleichen und in größter Eintracht und in Frieden im Schatten des Baumes Seiner Obhut und Gnade zu wohnen. Sie müssen sich an das halten, was an diesem Tage der Erhöhung ihrer Stufe und der Förderung ihrer wahren Interessen am besten dient. Glücklich die, zu deren Gedenken die allherrliche Feder bewegt ward, und gesegnet die Men­schen, deren Namen Wir nach Unserem unerforschlichen Ratschluß zu verschweigen vorzogen. (Bahá’u’lláh, Ährenlese 4:1)

Dies ist der Tag, da das Meer göttlicher Gnade den Menschen offenbart ist, der Tag, da die Sonne Seiner Güte ihren Strahlenglanz über sie ergießt, der Tag, da die Wolken Seiner reichen Gaben die ganze Menschheit überschatten. Jetzt ist die Zeit, die Niedergeschlagenen mit dem belebenden Hauch der Liebe und Verbundenheit und den Lebenswassern des Wohlwollens und der Barmherzigkeit zu trösten und zu erquicken. (Bahá’u’lláh, Ährenlese 5:1)

Die mystische Taube verkündet aus ihrer seligen Laube im ewigen Paradiese: „Die Quelle aller Gnadengaben strömt an diesem Tage aus Gott, dem Einen, dem Vergebenden!“ (Bahá’u’lláh, Ährenlese 15:1)

Aller Preis sei der Einheit Gottes, und alle Ehre sei Ihm, dem höchsten Herrn, dem unvergleichlichen, allherrlichen Herrscher des Weltalls, der aus völligem Nichtsein die Wirklichkeit aller Dinge erschuf, der aus dem Nichts die lautersten, feinsten Elemente Seiner Schöpfung ins Dasein rief, der Seine Geschöpfe vor der Er­niedrigung des Fernseins und den Gefahren endgültigen Ausgelöschtseins errettet und sie in Sein Reich unzerstörbarer Herrlichkeit aufgenommen hat. Nichts außer Seiner all­umfassenden Gnade und Seiner alldurchdringenden Barmherzigkeit hätte dies jemals vollbringen können. Wie sonst hätte es schierem Nichts gelingen können, aus sich selbst heraus Wert und Fähigkeit zu erlangen, um aus dem Zustand des Nichtseins in das Reich des Seins zu treten? (Bahá’u’lláh, Ährenlese 27:1)

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